Selbstbestimmt im Netz

Informationen im Internet sicher bewerten

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Selbstbestimmt im Netz

Beweggründe für die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet können sehr unterschiedlich sein. Im Internet ist es möglich, scheinbar kinderleicht und blitzschnell an alle wichtigen Informationen zu gelangen, die man gerade benötigt. Es verspricht umgehende Erfolgserlebnisse. Das macht es so beliebt.

Ziel unserer Orientierungshilfe ist es, Ihr Bewusstsein für digitale Gesundheitsinformationen zu schärfen. Wir wollen Sie dabei unterstützen, diese Informationen zu bewerten, damit Sie mit einem sicheren Gefühl Entscheidungen treffen können. Um zu verstehen, worauf Sie bei einer Suche nach Informationen im Internet Wert legen, kann es hilfreich sein, sich über ein paar Fragen Gedanken zu machen.


Gründe für die Suche nach Informationen

Grafisch dargestellte Silhouette eines Kopfes in der Seitbetrachtung. Das Gehirn ist in Form von bunten zusammengesetzten Puzzlestücken dargestellt.
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Das Bedürfnis, sich im Internet zum Thema Gesundheit zu informieren, kann unterschiedliche Gründe haben. So verschieden diese sind, so unterschiedlich wird auch die Art sein, wie Sie im Netz nach Informationen suchen. Studien haben gezeigt, dass sogar ein und derselbe Mensch je nach Situation verschiedene Informationsbedürfnisse haben kann.1 Vielleicht sind Sie ganz grundsätzlich neugierig, mehr über ein bestimmtes Thema zu erfahren? Vielleicht suchen Sie die richtige Ärztin oder den passenden Arzt? Vielleicht haben Sie starke Schmerzen und sind in Panik, weil Sie sich fragen, was das sein könnte? Sie haben von Ihrem Arzt eine Diagnose oder Informationen über Ihre Blutwerte erhalten und wollen nun besser verstehen, was dies für Sie und Ihr weiteres Leben genau bedeutet?

Was ist das Ziel meiner Recherche?


Datenschutz und die Suche nach Informationen

Wenn Sie im Internet nach Informationen suchen, werden Angaben über Sie gespeichert: was Sie suchen, welche Begriffe Sie eingeben und welche Internetseiten Sie anklicken. Dazu nutzen Webseiten z. B. Cookies. Cookies sind kleine Dateien, die im Browser gespeichert werden. Das geschieht beim ersten Besuch einer Webseite. Je nach Einstellungen können diese Cookies verschiedene Informationen sammeln. Dazu gehören die IP-Adresse oder andere Informationen über das Suchverhalten. Besuchen Sie die Seite erneut, werden die Daten an den Betreiber der Webseite gesendet.1

Das kann je nach Cookie verschiedene Auswirkungen haben. Die Daten über Ihr Verhalten im Internet können für gezielte Werbung genutzt werden. Sie bekommen dann Produkte angezeigt, für die Sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit interessieren. Neben den Interessen können die Daten auch auf andere Merkmale hin ausgewertet werden. Dazu gehören Informationen über die politische Ausrichtung, die sexuelle Orientierung oder das Bildungsniveau.2

Aus diesem Grund sehen wir bei einer Suche im Internet meist eine vorsortierte Fassung des gesamten Angebots. Wir befinden uns damit in einer sogenannten Filterbubble oder Filterblase. Die selektierten Informationen können unsere Sicht auf die Dinge beeinflussen.3

Deshalb ist es wichtig zu prüfen, welche Cookies gespeichert werden. Man kann die Möglichkeiten der Dateien einschränken, oder sie löschen. Manche Cookies sind notwendig, andere nicht. Deshalb können Sie regelmäßig in den Einstellungen des Browsers oder auf dem Gerät selber anpassen, welche Cookies geladen werden dürfen und welche Sie löschen möchten. Es ist außerdem sinnvoll, sich nach der Nutzung auszuloggen, den Browser zu schließen und die Cookies regelmäßig zu löschen. Hinweise darauf, wie Sie die Cookies oder den Verlauf löschen können, finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale.de

Was möchte ich preisgeben?


Qualität von Gesundheitsinformationen

Es gibt Regeln für die Erstellung vertrauenswürdiger und verständlicher Gesundheitsinformationen.4 Die Informationen auf diesen Seiten haben wir deshalb gemäß den Kriterien für wissenschaftlich geprüfte Gesundheitsinformationen hier zusammengestellt.

In unserem Alltag, wie in vielen anderen sogenannten westlich orientierten Ländern, begegnet uns häufig ein wissenschaftlich geprägtes Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Medizin. Wir leben jedoch in einer vielfältigen Gesellschaft und Menschen können unterschiedliche Überzeugungen und Bedürfnisse in Bezug auf Gesundheit haben.

Viele Menschen vertrauen auch auf andere Ansätze, die von diesem wissenschaftlichen Verständnis abweichen können. Sie werden häufig unter dem Oberbegriff der sogenannten alternativen oder komplementären Heilmethoden zusammengefasst. Beispiele sind fernöstliche Heiltraditionen wie Ayurveda oder die Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie, Bachblütentherapie oder auch schamanische Rituale.

Gemäß den Kriterien der hiesigen wissenschaftlichen Medizin fehlt jedoch für viele dieser Verfahren ein Wirksamkeitsnachweis – auch wenn manche von ihnen eine lange Tradition haben. Sie tauchen daher in ärztlichen Leitlinien häufig nicht auf oder es wird sogar ausdrücklich davon abgeraten.

Dennoch haben Sie vielleicht das Bedürfnis, mehr über sogenannte alternative Heilmethoden zu erfahren. Dazu haben wir im Folgenden hilfreiche Webseiten zusammengestellt:

https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/unkonv-methoden-index.php

https://www.kokoninfo.de/

Was ist mir bei einer Informationsquelle wichtig?


Zur Bedeutung von Gesundheit

Links ist ein rotes Klemmbrett, rechts ein grünes Klemmbrett grafisch dargestellt. Auf dem linken Klemmbrett befinden sich in Stichpunkten aufgelistete Notizen, auf dem rechten Klemmbrett, zu dem ein Pfeil vom linken Klemmbrett hinführt, sind 3 Stichworte aufgelistet, welche nummeriert sind und von oben nach unten kleiner werden.
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Was Gesundheit bedeutet, kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wichtig ist, was Sie selbst darunter verstehen, wann Sie sich gesund fühlen und was Sie dazu brauchen. Dies kann sich auch im Lebensverlauf verändern. Es gibt also nicht die Gesundheit. Wichtig ist außerdem die Frage, welchen Stellenwert Gesundheit in Ihrem Leben einnimmt. Für ein erfülltes Leben können vielleicht andere Dinge eine wichtigere Rolle spielen. Daher sollte es auch keinen Zwang zur Gesundheit oder zu gesundem Verhalten geben.

Was ist für meine persönliche Gesundheit wichtig?


Welcher Gesundheitstyp bin ich?

Der Selbsttest: Mit diesen Fragen können Sie überlegen, was Ihnen in Bezug auf Gesundheit, Gesundheitsinformationen und Entscheidungsfindung wichtig ist.

  • Wie sehe ich mich und meinen Körper?
  • Wie gehe ich mit meiner Gesundheit um?
  • Was bedeutet für mich körperliches und seelisches Wohlbefinden?
  • Wie erreiche ich Wohlbefinden?
  • Welche Beschwerden habe ich und wann treten sie auf?
Fußnoten

1Wie finde ich was ich suche? Suchmaschinen kompetent nutzen. Zusatzmodul zu „Knowhow für junge Nutzer“, www.klicksafe.de
2„Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich! Die wahre Macht der Datensammler“. Markus Morgenroth, Bundeszentrale für politische Bildung, 23.02.2016, https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/medienpaedagogik/bigdata/228951/die-wahre-macht-der-datensammler.
3„M 04.07 Filterbubble“. Bundeszentrale für politische Bildung, 22.08.2017, https://www.bpb.de/lernen/grafstat/grafstat-bundestagswahl-2017/254761/m-04-07-filterbubble.

4Siehe beispielsweise Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (2016). Gute Praxis Gesundheitsinformation. Ein Positionspapier des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V. [Version 2.0]. Berlin: Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.; sowie Lühnen, J., Albrecht, M., Mühlhauser, I. & Steckelberg, A. (2017). Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation. Hamburg. Zugriff am 16.10.2019, von http://www.leitlinie-gesundheitsinformation.de/.

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