Kollaboratives Videoprojekt für kultursensible Gesundheitsformationen mit Bürgerinnen und Bürgern

Menschen haben verschiedene Bedürfnisse im Zusammenhang mit ihrer Gesundheit. Im Rahmen eines Videoprojektes haben wir mit Menschen aus unterschiedlichen Nachbarschaften gesprochen. Die Videos greifen Schnittstellen zwischen Kultur und Gesundheit auf. Im Gespräch mit Personen, die sich als People of Color (PoC), Menschen muslimischen Glaubens, Menschen mit Migrationshintergrund oder Bewohnerinnen benachteiligter Nachbarschaften beschreiben, konnten wir community-spezifische Gesundheitsthemen erfassen, zu denen es bislang im Internet nur wenige Informationen gibt, die auf diese Zielgruppen zugeschnitten sind.

Wir haben vier Videos produziert, die die Wunschthemen der Befragten behandeln. In den Videos werden z. B. Erfahrungen mit häuslicher Gewalt und Rassismus geschildert, Fachfragen beantwortet und Informationen zu Beratungsangeboten in Deutschland aufgezeigt. Auch zu den Themen Pflegeversicherung und Palliativversorgung in Deutschland werden in Videos Berichte von Projektmitgliedern und Gespräche mit Fachleuten geschildert.

Die hier sprechenden Personen erzählen aus ihrem persönlichen Alltag. Sie wollen Aufmerksamkeit für Probleme in ihren gesellschaftlichen Gruppen aufmerksam machen und andere Mitglieder ihrer Community ermutigen. Alle Videos sind in fünf Sprache produziert worden: Arabisch, Deutsch, Kurdisch, Persisch und Somali.

Diese Videos wurden in einem gemeinsamen Projekt im Sommer 2022 entwickelt:


Pflegeversicherung

Menschen, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind, sind auch in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) pflegeversichert. Menschen, die privat krankenversichert sind, müssen zusätzlich eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen. Wenn Menschen krank oder gebrechlich sind, brauchen sie manchmal Pflege und Unterstützung. Ob sie dann von Angehörigen oder von Fachkräften zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung gepflegt werden, kann unterschiedlich geregelt werden und dabei können die Pflegebedürftigen mitentscheiden. Das Ziel ist es, dass Menschen so weit wie möglich selbstbestimmt leben können.

Die Projektgruppe hat sich dafür entschieden zu diesem Thema ein Video zu machen, da insbesondere viele zugewanderte Personen aus ihrem Bekanntenkreis und der eigenen Nachbarschaft sich mit der Pflegebedürftigkeit von z.B. Eltern oder kranken Kindern auseinandersetzen. Als zugewanderte Personen sind manche unsicher, wo und wie sie Unterstützung bei der Pflegeversicherung beantragen können oder ob und wie sie z.B. mehrsprachige Pflegepersonen organisieren können. In diesem Video schildern Betroffene ihre Erfahrungen und Fachleute beantworten wichtige Fragen zum Thema.

Mit freundlicher Unterstützung von: Seniorenbüro Bochum Süd und Lebenshilfe Dortmund

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Pflegeversicherung

Video auf weiteren Sprachen: Persisch, Kurdisch, Somali, Arabisch

Mehr Informationen zu den folgenden Fragen und weitere Links zum Thema Pflegeversicherung Weitere Informationen

  • Ich kümmere mich um meine Eltern. Wer kann mir helfen?
  • Ich bin pflegebedürftig – Was nun?
  • Wo kann ich anrufen, wenn ich Fragen zur Pflegeversicherung habe?
  • Wo finde ich kostenlose und anonyme Beratung rund um die Pflege und Pflegeversicherung?
  • Wo finde ich ein lokales Beratungsangebot zum Thema Pflege in meiner Umgebung?

Häusliche Gewalt

Gewalt kann unterschiedlich aussehen, an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Situationen stattfinden. Zu Gewalt kann es auf der Arbeit kommen, im öffentlichen Raum, im Netz und auch im eigenen Zuhause.

Häusliche Gewalt bedeutet, dass zwischen Menschen, die zusammenleben oder zusammengelebt haben, Gewalt herrscht. Das kann zum Beispiel in Ehen, Lebenspartnerschaften oder intimen Beziehungen sein. Gewalt muss nicht nur körperliche Gewalt sein. Es kann sich auch um psychische Gewalt handeln z.B. durch Drohungen, soziale Ausgrenzung oder Einschüchterung.

Betroffen sind dabei nicht nur Personen, gegen die sich die Gewalt in erster Linie richtet, sondern auch alle weiteren Personen, die im selben Haushalt leben, z. B. Kinder oder Geschwister. Auch sie können zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Dazu gehören z.B. die Zuweisung einer Wohnung, Schadensersatz, gerichtliche Sorgerechtsregelungen oder Schutzanordnungen.

Die Projektgruppe hat sich dafür entschieden zu diesem Thema ein Video zu machen, da dies ein wichtiges Thema in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis sei. Manche Betroffene sind nicht sicher, wohin sie sich in solchen Situationen in Deutschland vertrauensvoll wendet können. Die zugewanderten Projektmitglieder wollten z.B. wissen, wie und wo es vertrauliche und mehrsprachige Beratungsstellen gibt, wo man überhaupt Hilfe findet und was die Konsequenzen sind, wenn man diese in Anspruch nimmt. Dieses Video enthält Erfahrungsberichte von Betroffenen sowie Antworten auf wichtige Fragen von Fachleuten.

Mit freundlicher Unterstützung von: Jugendamt Bochum und dem Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendarbeit – Migrationsarbeit (ifak-bochum e. V.)

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Häusliche Gewalt

Video auf weiteren Sprachen: Persisch, Kurdisch, Somali, Arabisch

Mehr Informationen zu den folgenden Fragen und weitere Links zum Thema häusliche Gewalt
Weitere Informationen

  • Ich bin von häuslicher Gewalt betroffen. Wo finde ich Anlaufstellen?
  • Wo finde ich Beratung bei Gewalt Zuhause oder in der Familie in meinem Umkreis?
  • Was gehört alles zur häuslichen Gewalt?
  • Wo kann ich als Betroffene oder Betroffener von häuslicher Gewalt anrufen?
  • Ich bin Täterin oder Täter von häuslicher Gewalt. Wo finde ich Hilfe?
  • Ich spreche wenig Deutsch und möchte mich informieren. Wo finde ich Infos?

Rassismus

Die Medizin- und Gesundheitssoziologie beschäftigt sich mit der Frage, wie gesellschaftliches Leben, Gesundheit und Krankheit und gesundheitliche Ungleichheit zusammenhängen. Dazu gibt es verschiedene Theorien. Eine dieser Theorien ist die Intersektionalität.  Diese Theorie besagt, dass Gesundheit und Krankheit das Ergebnis mehrerer verwobener Systeme der Unterdrückung sind. Ein zentrales Element der Unterdrückung ist aus dieser Perspektive z.B. Rassismus.

Rassismus bedeutet, dass Menschen aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt oder schlechter behandelt werden. Sie werden zum Beispiel von anderen Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihres Namens oder ihrer Sprache ausgegrenzt und abgewertet.

Diese Ungleichbehandlung, Benachteiligung oder schlechte Behandlung kann sich ungünstig auf die Gesundheit von Betroffenen auswirken.

Die Projektgruppe hat sich dafür entschieden zu diesem Thema ein Video zu machen, da dies ein großes Thema in ihrer Nachbarschaft mit vielen zugwanderten Bewohnern und Bewohnerinnen sei. Viele Projektbeteiligte haben bereits selbst Rassismus erlebt und waren unsicher, ob, wo und wie sie Beratung oder Hilfe in Anspruch nehmen können. In diesem Video werden sowohl Erfahrungsberichte von Betroffenen geschildert als auch die Fragen der Projektgruppe von Fachleuten beantwortet.
Mit freundlicher Unterstützung von: PLANB Ruhr e. V.

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Rassismus

Video auf weiteren Sprachen: Persisch, Kurdisch, Somali, Arabisch

Mehr Informationen zu den folgenden Fragen und weitere Links zum Thema Rassismus Weitere Informationen

  • Wo kann ich eine kostenlose Beratung (auch online) in verschiedenen Sprachen zum Thema Rassismus in Anspruch nehmen?
  • Wie finde ich eine Beratungsstelle bei Rassismus in meinem Bundesland?
  •  Ich bin Opfer rassistischer Gewalt. Wo finde ich Hilfe?
  • Ich möchte verstehen, was Rassismus ist. Wo finde ich Infos?
  • Where can I find counselling as a victim of racist violence in Germany?

Palliative Versorgung

Wenn Menschen unheilbar erkrankt sind, können sie palliative Versorgung in Anspruch nehmen. Das Ziel ihrer medizinischen Behandlung ist nicht mehr die vollständige Genesung, sondern die Schmerz- oder Symptomlinderung bis zu ihrem Lebensende. Das Wort palliativ kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet so viel wie Mantel. Dieser Mantel ist ein Bild dafür, dass lebensbedrohlich kranke Menschen in der palliativen Versorgung umhüllt, gepflegt und geschützt werden. Dazu arbeiten Personen aus unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen eng miteinander zusammen z.B. aus der Medizin, Pflege, Sozialarbeit, Seelsorge, Physiotherapie oder Trauerbegleitung. Menschen können zu Hause, im Hospiz, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung palliativ begleitet werden.

Die Mitglieder der Projektgruppe haben sich dafür entschieden, zu diesem Thema ein Video zu machen, da wenig Vorkenntnisse zu diesem Thema bestanden. Einige waren z.B. unsicher, wie das Thema mit ihrem Glauben vereinbar ist. Das Video schildert Erfahrungen von Betroffenen und gibt fachliche Antworten auf wichtige Fragen.
Mit freundlicher Unterstützung von: Katholisches Klinikum Bochum St. Josef

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Palliative Versorgung

Video auf weiteren Sprachen: Persisch, Kurdisch, Somali, Arabisch

Mehr Informationen zu den folgenden Fragen und weitere Links zum Thema Palliative Versorgung Weitere Informationen

  • Eine mir geliebte Person weiß, dass sie bald sterben wird. Wie gehe ich mit Abschied und Trauer um?
  • Wo finde ich Antworten auf meine Fragen zur Palliativversorgung?
  • Ein Angehöriger/eine Angehörige von mir liegt im Sterben. Was kann ich für ihn oder sie tun?
  • Ich suche ein Hospiz für mein Kind. Wo finde ich Hilfe?
  • Wo finde ich eine palliative Pflege in meiner Umgebung?
  • Wo finde ich Informationen im Internet auf anderen Sprachen?

Weitere Informationen und Publikationen zum Projekt

Zu unserem Projekt haben wir einige wissenschaftliche Artikel auf Deutsch veröffentlicht. Wenn Sie die wissenschaftliche Analyse des Projekts interessiert, finden Sie nachfolgend die bisherigen Veröffentlichungen:


Aktualisiert am 31.05.2024
Nächste geplante Aktualisierung: 2029